DMB Mieterbund Wuppertal

Vereinsnachrichten

Das LEG-Aktionsbündnis Ruhr

Man schrieb das Jahr 2008 als die damalige schwarz-gelbe NRW-Landesregierung unter Ministerpräsident Rüttgers voller Stolz verkündete, die Landesentwicklungsgesellschaft LEG mit 93.000 Wohnungen an den zur amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs gehörenden Hedge Fond Withehall verkauft zu haben.

Damit begann ein Leidensweg der betroffenen Mieter, der bis heute nicht enden will. Der neue, ausschließlich renditeorientierte Vermieter tat das, was die meisten derartigen Wohnungsunternehmen auch machen: Sie sparen bei der Beseitigung von Wohnungsmängeln, versenden juristisch nicht haltbare Miterhöhungsbegehren oder fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen.

Aktuell werden die Mieter im gesamten Ruhrgebiet mit Miterhöhungsbegehren überzogen, wobei die geforderten Miethöhen sich nicht an existierenden Mietpreisspiegeln orientieren, sondern werden zumeist mit 3 Vergleichswohnungen begründet. Dieses rechtlich zulässige Verfahren setzt aber voraus, dass die Wohnungen auch vergleichbar mit der Wohnung der Betroffenen sind. In vielen Fällen, das zeigen aktuelle Beispiele, ist das nicht der Fall. Da dies für die Betroffenen nicht ohne weiteres nachprüfbar ist, stimmen viele der Mieterhöhung zu.

Wegen dieser und anderer Missstände hat sich Anfang des Jahres das LEG-Aktionsbündnis Ruhr gegründet, das aus mehreren Mieterinitiativen und Akteuren betroffener Mietervereinen besteht. Das Bündnis befasst sich damit, die Missstände durch Offene Briefe und Pressemitteilungen öffentlich zu machen, da derartige Unternehmen eine schlechte Presse wegen ihres Renommees bei ihren Aktionären fürchten müssen.

Da es auch in Wuppertal rund 1.100 Wohnungen (u.a.Mastweg, Sternenberg, Sonnenstr., Heinrich-Böll-Str.) der LEG gibt, hat sich der Mieterbund Wuppertal dem Bündnis angeschlossen, obwohl die Situation für die Wuppertaler Mieter, vermutlich wegen bestehenden Mietpreisbindungen, noch nicht so dramatisch ist, wie in der Ruhr-Region. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Zurück