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Aktuelles

Mietsteigerungen bei Vonovia auf Rekordniveau.

Mieterbund NRW fordert eine Ausweitung des Mieterschutzes

Heute stellte Europas größtes Wohnungsunternehmen seinen Geschäftsbericht 2025 vor. Die Aktionäre der Vonovia SE können sich über Ausschüttungen in Höhe von 1,06 Mrd. Euro freuen. Möglich ist dieses Ergebnis durch radikale Mietsteigerungen. 

„Vonovia greift den finanziell ohnehin schon gebeutelten Mieterinnen und Mietern immer tiefer in die Tasche. In Kommunen ohne Mietpreisbremse liegen die Angebote der Vonovia deutlich über dem Mietspiegel. In vielen Städten versucht Vonovia außerdem, mit erfunden Wohnwertmerkmalen die Mieten weit über das zulässige Maß hinaus zu erhöhen. Das Gebaren von Vonovia zeigt, dass ohne ein robustes Mietrecht Wildwest-Methoden herrschen. Wir brauchen eine flächendeckende Ausweitung des Mieterschutzes und einen Mechanismus, der verhindert, dass unrechtmäßig hohe Mieten in die Berechnungen des Mietspiegels einfließen“, so Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Mieterbundes Nordrhein-Westfalen.

Im Jahr 2025 erhöhten sich die Mieten von Vonovia um 4,1 %. Die marktbedingten Mieterhöhungen, also ohne Erhöhungen durch Neubau und Modernisierung, lagen bei 2,6 % und damit nur knapp unter dem Rekordwert vom letzten Jahr. Eine Untersuchung des Deutschen Mieterbundes zeigt, dass in Städten wie Lübeck oder Essen 100 bzw. 80 % der Angebote gegen die Mietpreisbremse verstoßen würden, die aber mangels Landesverordnung in diesen Städten nicht gilt.

DMB Analyse Angebotsmieten Vonovia

In Städten wie Hamburg, Berlin, Dresden, Dortmund und jüngst auch Stuttgart haben die Gerichte Mieterhöhungen von Vonovia für unzulässig erklärt.

Urteile gegen Vonovia Mieterhoehungen

Diese Erfolge haben jedoch einen faden Beigeschmack. Denn ein Großteil der Mieterinnen und Mieter hatte diesen unrechtmäßigen Mieterhöhungen, aus Angst oder Unwissenheit, bereits zugestimmt. „Das ist vor allem deswegen fatal, weil nicht nur die Mieterhöhungen in diesen Fällen damit bestehen bleiben, sondern weil diese damit auch in die Neuberechnung der Mietspiegel miteinfließen. Das bedeutet, dass durch diese unrechtmäßigen Erhöhungen von Vonovia die Mieten für alle steigen!“, so Witzke.

Um die aggressiven Mieterhöhungen von Konzernen wie Vonovia einzuhegen, fordert der Deutsche Mieterbund einen sechsjährigen Mietenstopp und eine Verschärfung und Ausweitung der Mietpreisbremse. Durch eine Reform des §5 Wirtschaftsstrafgesetz könnten die Kommunen effektiv gegen Mieten vorgehen, die mehr als 20 % über dem Mietspiegel liegen. Mit diesen Maßnahmen wäre den Mieterinnen und Mietern sehr geholfen. Die Konzepte liegen auf dem Tisch, die Politik muss handeln.

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